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‘Winterleger’


Jetzt stellt euch das mal vor: grad kam die Martina an und hat gemeint, einen schönen Gruß von der Ursula, und wir sollten doch mal wieder ein paar Geschichten aus unserem Hühnerleben erzählen. Die Ursula, das ist eine ehemalige Kollegin von der Martina, die ist jetzt Lehrerin und ihre Schüler lesen unsere Geschichten so gerne!
Und nicht nur die übrigens, der Fabian auch, der fragt auch schon dauernd, wann’s hier endlich weitergeht.

Voll cool, ne? Na, und nachdem heute eh Mistwetter ist und wir nichts Besseres zu tun haben, können wir das ja mal machen. Und die Martina darf das dann alles tippen, hehe :-)


Aaalso, wo waren wir denn stehengeblieben? Uiii, damals, als die Svenja dauernd alleine rumlaufen musste. Das ist aber wirklich schon lange her. So richtig viel ist seitdem allerdings gar nicht passiert, weil ja Winter war. Und wir Sundheimer sind zwar angeblich gute Winterleger, … aber stopp, jetzt mal in der richtigen Reihenfolge:

Ne Zeitlang haben wir unseren Job dann schon wieder brav gemacht und schön viele Eier gelegt. Nur die Vicky, die hat dann nochmal brüten wollen! Also echt, man kann’s auch übertreiben. Die Oma vom Fabian ist dann schon ganz sauer geworden und hat gemeint, ob die Martina den Trick mit ‘Huhn ins kalte Wasser tauchen’ nicht doch mal ausprobieren wollte. Damit kann man uns Hühnern angeblich das Brüten abgewöhnen, brrr. Aber die Martina wollte nicht. Uff, Glück gehabt. Wie auch immer, irgendwann haben wir uns alle wieder eingekriegt. Nur, dann war ja schon Herbst. Und im Herbst haben wir Hühner dann auch wieder was Besseres zu tun als Eier zu legen: Mausern nämlich. Mausern heißt, dass wir unsere Federn verlieren, damit uns wieder neue nachwachsen können. Das ist ganz wichtig. Und total anstrengend, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen (oder habt ihr vielleicht jemals auch nur eine einzige Feder verloren? Na eben!). Na, jedenfalls Mausern und gleichzeitig Eier legen is nich, das kann ich euch sagen. Also war wieder mal Legepause. Dafür gab’s dann ja auch viele Federn. Aber mit denen, hat die Martina gemeint, kann sie nicht so richtig viel anfangen. Selber schuld. Soll sie halt einen Indianerkopfschmuck für den Fabian basteln oder so.


Irgendwann gab’s hier dann noch eine Riesenaufregung: stellt euch vor, die haben unser Häuschen einfach woanders hin gestellt! Glatte fünf Meter weiter! Voll fies, sag ich euch. Wir haben der Martina und dem Georg ja zugeschaut – das war ein Anblick zum Gackern, wie die sich den ganzen Nachmittag mit dem Häuschen abgemüht haben – aber dass sie es dann tatsächlich da stehen lassen, also damit haben wir nicht gerechnet. An dem Tag haben wir ziemlich lang gebraucht, bis wir am Abend wieder alle reingefunden haben. Voll die Herausforderung! Und jetzt will ich bitte keine Kommentare von wegen ‘Hühnerhirn’ hören. Aber echt …

Also, umgestellt haben die das Häuschen, weil das im Winter angeblich besser ist. Dafür haben wir jetzt inzwischen auch schon den lang angekündigten Wintergarten. Schick, hm?
Der ist schon ganz praktisch, wird man bei Schietwetter wenigstens nicht gar so nass.

Das Huhn auf dem Häuschen ist zwar die falsche Rasse, die Tussi sieht eher nach Vorwerk aus als nach Sundheimer, aber besser als nichts. Und angeblich kommen ja irgendwann noch irgendwelche Fenster ran – behauptet die Martina wenigstens schon seit Monaten. Mal sehen, ob das noch was wird.

Aber eigentlich bin ich mit dem Foto jetzt schon viel zu schnell, das ist ja schon von 2015. Sieht man am Gras. Oder vielmehr, am fehlenden Gras in unserem Auslauf. Den ganzen Sommer ging’s ja gut, aber als es im Herbst dann wochenlang nur geschüttet hat, hat es das Gras wohl doch nicht mehr überlebt, dass ständig drei Hühner drauf rumscharren. Jetzt ist es also weg. Die Martina bemüht sich grad, neues nachwachsen zu lassen, deshalb ist jetzt ein Teil von unserem Auslauf abgesperrt, aber das dauert noch, bis das endlich hoch genug ist.


Aber ich wollte ja noch vom Winter erzählen. Also, im Herbst haben wir keine Eier gelegt, weil wir alle gemausert haben. Eh klar, oder? Und im Winter … naja, da war’s irgendwie so finster und kalt und eklig und langweilig und … ihr wisst schon, was jetzt kommt, oder? Das sind ja wohl ganz viele Gründe, dass ein Huhn auch im Winter keine Eier legt. Na eben! Auch wenn wir Sundheimer, wie gesagt, eigentlich gute Winterleger sind – wir eben nicht. Jawoll!


Irgendwann im Frühling hat sich die Martina dann aber Sorgen gemacht, die hat dann sogar unseren Züchter angerufen und gefragt, ob wir vielleicht krank sind. Voll witzig, echt! Wir sind doch nicht krank. Aber, aber, jetzt stellt euch das mal vor: der Züchter hat doch dann glatt gesagt, wir wären vielleicht zu fett!! Wir!!! Und dann, na das war ja wieder voll fies – dann haben sie uns doch tatsächlich weniger zu fressen gegeben! Fast kein Mais mehr! Wir wären bald verhungert! Und genutzt hat’s gar nichts, weil wir haben erst wieder angefangen zu legen, als es uns in den Kram gepasst hat. Und passen tut’s halt erst, wenn das Wetter wieder besser ist. So ist das bei uns Hühnern. Und ich hoffe mal, dass sie es jetzt alle kapiert haben und die Oma dann im nächsten Winter nicht wieder mit so Ideen wie Schlachten und Kochtopf daherkommt! Muss man sich ja fürchten …


Aber ansonsten, muss ich sagen, sind sie schon nett zu uns. Die Oma sucht uns immer ganz leckere Schnecken, und nachdem wir jetzt in unserem Auslauf ja kein Gras mehr haben, dürfen wir ab und zu raus in den Garten. Nur unter Aufsicht (und selbst da wär eine von uns schon fast mal verlorengegangen, als sie einen Schreck gekriegt hat und zum Nachbarn rübergeflattert ist!), aber schön ist das hier schon.


Auch ganz toll ist das Hochbeet. Seit dem Winter durften wir ja auch in den Gemüsegarten. Und da steht so ein kleines Hochbeet. Und da drin ist echt superschöne weiche Erde. So richtig toll zum Staubbaden!
Inzwischen ist die Erde zwar schon ziemlich wenig und lang wird’s wohl gar nicht mehr gehen, aber solang’s gedauert hat, war’s super.


So, ja, das wär’s jetzt erstmal wieder. Wenn’s nicht mehr regnet, sagt die Martina, macht sie mal wieder Fotos von uns. Beim Regen würden wir so bedröpselt aussehen, hat sie behauptet! Findet ihr das auch?


Alex, ein bisschen nass Nasse Hühner


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Letzte Aktualisierung am 18.06.2016