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Die Hühner

Dürfen wir uns vorstellen? Viktoria, Alexandra und Svenja, drei Hühner einer alten deutschen Rasse, des Sundheimer Huhns.


Wir sind hier kurz vor Ostern 2014 eingezogen. Das war vielleicht ein Schreck. Erst hat uns unser Züchter zuhause aus Nachbars Garten geholt, wo wir uns gerade den Bauch mit Salat und Gemüse vollgeschlagen hatten (merke: wenn’s gutes Essen gibt, dann kann auch ein Sundheimer Huhn fliegen), dann wurden wir in Bananenkisten verpackt, und nach viel Gerumpel haben sie uns wieder rausgeholt und uns in unserem neuen Häuschen auf die Stange gesetzt.


Erstmal waren wir da natürlich beleidigt. Am ersten Tag haben wir uns dann auch viiiel Zeit gelassen, bis wir aus dem Häuschen herausgekommen sind. Aber als wir dann den ersten Schreck überwunden hatten … hmm, also ehrlich gesagt, eigentlich ist es hier ja ganz schön. ‘Luxuswohnung’ haben wir jetzt schon ein paarmal gehört. Naja, da fehlt aber noch der Wintergarten. Der kommt aber noch, hat die Martina (das ist die, die immer den Dreck wegmacht und uns das Essen und die Getränke serviert) schon gesagt.


Aber ich wollte ja weitererzählen. Was ganz Geniales hatten sie extra für uns hergerichtet: einen Komposthaufen! Über den haben wir uns dann auch sofort hergemacht und innerhalb kürzester Zeit völlig zerlegt. Das war lecker! Die ganzen Würmer und Käfer, klasse!


Ansonsten haben sie das mit dem Essen hier noch nicht so ganz kapiert. Aber das wird schon noch. Zuerst haben sie gemeint, wir würden im Stall fressen, stellt euch das mal vor! Unglaublich, so eine Zumutung. Aber das Problem haben wir ganz schnell in den Griff gekriegt, wir haben das nämlich einfach nicht gemacht. Ein paarmal hingepickt, damit sie wissen, wir könnten, wenn wir wollten, aber ansonsten stellen wir uns jetzt einfach zweimal am Tag an den Zaun und schauen verhungert drein.
Zuerst haben sie gemeckert und was von ‘dummen Hühnern’ gefaselt, aber jetzt haben sie’s kapiert und bringen uns ganz brav zweimal am Tag das Essen nach draußen. So wollten wir das haben. Nur, die Martina hat irgendwas gesagt von ‘das machen wir aber nicht auf Dauer’. Was hat sie damit wohl gemeint? Na, egal, werden wir dann schon sehen.


Ab und zu gibt’s sogar noch extra Leckereien, eingeweichtes Brot oder sowas. Aber nicht zu oft, hat die Martina gesagt, sonst würden wir fett werden! So ne Frechheit. Wir! FETT?! Also echt …


Der Spruch mit den dummen Hühnern kam dann am Abend des ersten Tages tatsächlich nochmal, als die Viktoria den Eingang nicht gefunden hat. Als ob man das von einem Huhn verlangen könnte, gleich am ersten Tag so hopplahopp und superschnell am Abend in den Stall zu hüpfen. Die war halt verwirrt, das kann man sich doch vorstellen. Nach nicht mal einer halben Stunde kam sie dann ja eh schon rein zu uns.


Und jetzt passt ja schön langsam auch alles. Wir haben dann (nur so, damit sie sehen, dass wir es auch können) gleich am Anfang ein paar Eier gelegt. Die Aufregung hättet ihr sehen sollen! Die Alexandra ist einfach in den Stall reingegangen, hat sich ins Katzenklo gesetzt, das sie extra für uns ganz superschön mit Heu ausgepolstert hatten und hat ein Ei gelegt. Wie wir Hühner das halt so machen. Der Fabian (das ist der kleine Mensch, der hier immer rumläuft) und die Martina hatten sie beim Reingehen beobachtet – und kaum dass sie wieder draußen war, haben sie sofort nachgeschaut, was sie da gemacht hat. Und sich gefreut wie die Schneekönige. Über ein simples Ei, stellt euch das mal vor! Manchmal sind diese Menschen schon sehr seltsam.
Wir anderen haben das dann auch noch gemacht, aber jetzt legen (kleiner Joke, sorry) wir erstmal Legepause ein, wie sich das so gehört nach einem Umzug. Damit haben wir sie schon ganz schön verwirrt, hehe :-)


Hier sind noch ein paar Fotos von uns, nur weil wir so schön sind. Die Fotos hat der Georg gemacht, hat uns ganz gut getroffen, oder?
Na, könnt ihr uns unterscheiden?


Sundheimer Huhn Sundheimer Huhn Sundheimer Huhn Sundheimer Huhn Sundheimer Huhn Sundheimer Huhn Sundheimer Huhn Sundheimer Huhn


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Letzte Aktualisierung am 01.05.2015