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Wien – 'ur-leiwand'

Ulli’s Geburtstags- und Siemensjubiläumsfeier ist für mich der lang gesuchte Anlaß, endlich einmal wieder nach Wien, in meine ehemals fast zweite Heimat, zu fahren. Zwei Tage Kurzurlaub in Wien, mal wieder Wienerisch hören und nachschauen, was sich so alles getan hat.


Nach fast fünf Stunden Zugfahrt (er hat natürlich Verspätung, das hat sich in den letzten vier Jahren also anscheinend nicht geändert) komme ich am Westbahnhof an, checke schnell im Hotel Ibis ein, besorge mir eine 24-Stunden-Karte für die U-Bahn und mache mich auf den Weg zu Siemens, in die Mooslackengasse. Dort angekommen, stehen wir erstmal zu zweit ratlos vor verschlossener Tür, bis der Pförtner kommt (der uns schon über die Kamera beobachtet und sich wahrscheinlich königlich amüsiert hat) und uns aufklärt, daß wir vor der falschen Tür stehen. Na gut, dieses Problem ist gelöst und die nächsten paar Stunden wird gefeiert, mit kaltem Büfett, jeder Menge zu trinken und Alfons Mair’s Band JAQ . Einfach genial. Schön ist das (‘des is klass’), endlich wieder dieses ‘ur-leiwande’ Wienerisch zu hören – und alle, die mich (noch er-)kennen, kommen mit einem strahlenden Lächeln und einem erstaunten ‘ja hallo, Martina’, auf mich zu. Na, irgendjemand muß ja München würdig vertreten.


Am Freitag beginne ich meine Bekanntschaftsauffrischung mit Wien auf einen Tip von Ernst hin gleich bei etwas Neuem, den Gasometern:
http://www.gasometer-wien.at
http://gasometer.org
Dieses Industrierelikt – die Gasometer sind alte Gaslager – wurde vor einiger Zeit sehr gelungen zu einem Einkaufszentrum und Wohnungen umgebaut. Man fühlt sich fast wie in Amerika, und los ist hier am Freitagvormittag so gut wie nichts. Ein paar wenige Touristen und eine Besprechung, die anscheinend (mangels Besprechungsräumen?) im Cafe angesetzt wurde. Gute Idee.


Gasometer Gasometer


Im brandneuen Merian live! , in den ich gestern investiert habe, habe ich das Hundertwasser-Haus wieder entdeckt. Da war ich ja schon seit zehn Jahren nicht mehr, also mal wieder hinschauen.


Das Hundertwasserhaus wurde von Friedensreich Hundertwasser (eigentlich Friedrich Stowasser) als Wohnhaus der Stadt Wien gebaut. Hier gibt es auch ‘Baummieter’, die für ihren Quadratmeter Wohnraum mit Luftreinigung und Sauerstofferzeugung zahlen.
http://www.hundertwasserhaus.at


Hundertwasser’s KunstHaus ist gleich um die Ecke, also gehe ich da auch noch hin und sehe mir die Ausstellung der Hundertwasser-Werke an, die recht interessant ist, und die gerade laufende Ausstellung ‘Lob der Malerei’, die allerdings nicht so ganz meinen Geschmack trifft.
http://www.kunsthauswien.at


Nach diesem Ausflug in den III. Bezirk nehme ich die U-Bahn zurück in die Stadt, in den I. Bezirk zum Stephansplatz, mittendrin in Wien. Hier gönne ich mir als Mittagessen eine Packung Erdäpfel vom Maronistand. Grad richtig zum Händewärmen, es ist nämlich ganz schön kalt.



Durch die Kärntnerstraße geht’s weiter zum Karlsplatz. Dort am Ticketstand vor der Oper kaufe ich mir entgegen aller Ratschläge der Wiener Kollegen eine Halbpreis-Restkarte für die heutige Vorstellung des Rainhard Fendrich-Musicals ‘Wake Up’ . Das Musical läuft im Raimundtheater, und das liegt so schön praktisch direkt hinter meinem Hotel.

Die Albertina wird leider renoviert (immer noch oder schon wieder?), für die Ausstellung in der Nationalbibliothek bin ich heute auch schon zu spät dran, also lege ich im Cafe Griensteidl am Michaelerplatz eine Pause ein. Dann ist es auch schon spät genug und ich begebe mich langsam ins Hotel, zum Umziehen fürs Theater, wo ich dann den Abend verbringe.


Loos-Haus Cafe Griensteidl



Bei einem Bummel über den Naschmarkt am nächsten Tag bedauere ich wieder einmal, kein Wohnmobil zu haben. Hier gibt es so viele gute Sachen, die man alle mitnehmen könnte … aber Ziegenkäse mit Knoblauch fünf Stunden lang im Zug transportieren? Lieber nicht.

An der Secession vorbei geht’s weiter zum Karlsplatz mit Otto Wagners Stadtbahnstationen und der Karlskirche.


Karlsplatz Karlskirche


Die Nationalbibliothek mit ihren zigtausend Büchern ist für mich Bücherwurm immer wieder faszinierend.


Und ein paar Fotos von der Hofburg müssen natürlich auch noch sein:


Schweizertor Hofburg


Bei Julius Meinl im Graben kaufe ich noch die letzten Mitbringsel und dann steige ich am Stephansplatz wieder in die U-Bahn, hole meine im Hotel abgestellte Reisetasche und fahre nach Hause, diesmal mit einem pünktlichen Zug.

Servus Wien, bis zum nächsten Mal :-)


Mehr Wien-Links

Wiener Linien
info.wien.at

Letzte Aktualisierung am 24.10.2015