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Der kaputte Turbolader

Für ausführliche Urlaubsberichte fehlt mir leider inzwischen die Zeit (das hat das Leben mit Kind so an sich), aber eine Geschichte möchte ich euch dann doch nicht vorenthalten: die Geschichte des kaputten Turboladers.

Es war an einem schönen Sommertag im letzten Urlaub. Wir waren auf dem Weg zum nächsten Campingplatz und hatten gerade an einem der allgegenwärtigen Straßenstände halt gemacht und ein bißchen eingekauft. Beim Wieder-Losfahren gab mein Auto plötzlich ein sehr seltsames Krachen und ein pfeifendes Geräusch von sich, so daß ich schon an einen kaputten Reifen dachte – also wieder stehengeblieben, Reifen angeschaut, nichts zu sehen, weitergefahren – nutzt nichts, das Geräusch ist immer noch da, außerdem zieht das Auto nicht mehr richtig … nach ein paar Minuten war uns klar, daß das wohl was Größeres ist und wir sind stehengeblieben und haben angefangen zu telefonieren. Nach einer längeren Telefonodyssee gelang es uns, die Adresse der nächstgelegenen VW-Werkstatt herauszufinden und wir sind dorthin getuckert (im wahrsten Sinn des Wortes, mit 30 bergauf und 70 bergab …). Dort angelangt, wurde uns das bestätigt, was Georg inzwischen schon vermutet hatte: der Turbolader ist defekt. Voraussichtliche Kosten: 2000 Euro; und das Ersatzteil braucht drei Tage. Na toll. Nun, wir hatten Glück im Unglück, der nächste Campingplatz war nur ein paar Kilometer weg und dort verbrachten wir dann die nächste Woche (aus den drei Tagen wurden nämlich, bedingt durch Feiertage und Wochenende, sieben).

So weit, so gut (oder schlecht). Aber so ganz zufrieden war ich mit der Geschichte dann doch nicht. Vielleicht habe ich hier zu hohe Erwartungen, aber ich hätte eigentlich nicht damit gerechnet, mit einem vier Jahre alten Auto, das grad mal 33000 Kilometer auf dem Tacho hat, a) liegen- und b) auf 2000 Euro Reparaturkosten sitzenzubleiben (dafür kaufen sich andere Leute ganze Autos). Mein VW-Händler in Landshut, mit dem ich kurz nach der Panne bereits telefoniert hatte, hatte gleich einen Kulanzantrag bei VW gestellt, der aber abgelehnt wurde. Mir wurde dann geraten, es doch selbst bei der VW-Kundenbetreuung zu versuchen, also habe ich das, wieder zurück zu Hause, auch noch gemacht, aber wieder eine Absage erhalten. Begründung: das Auto ist zu alt. Hmmm … jetzt wollte ich es dann doch noch genau wissen und habe noch einmal nachgefragt, wie alt das Auto denn hätte sein dürfen mit dem läppischen Kilometerstand von 33000 km, um noch irgendwas von VW zu bekommen. Die Antwort war, das könne man nicht sagen, jeder Kulanzfall würde einzeln geprüft; und auf meine Rückfrage, nach welchen Kriterien das denn gehen würde, hieß es, das wären interne Kriterien und die könne man nicht nach außen geben. Aha. Daraufhin wurde es mir ganz ehrlich gesagt zu blöd und ich hab's aufgegeben.

Tja, welche Schlüsse zieht man nun aus sowas. Mit dieser Panne ist auf jeden Fall einer der Gründe, mich trotz des hohen Kaufpreises für VW zu entscheiden, weggefallen: die Zuverlässigkeit, die ich bisher von VW kannte. Dazu noch die hohen Reparaturkosten und null Kulanz – somit wird mein Fazit aus der ganzen Geschichte wohl ganz einfach sein: für mich war das der letzte VW. Schade eigentlich …

Letzte Aktualisierung am 19.03.2012