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Lourdes, Pyrenäen, Le Puy

Lourdes. Ein unglaubliches Spektakel. Tausende von Touristen (oder Pilgern? schwer zu unterscheiden) und ebensoviele Souvenirshops. Andenkenkitsch in allen Formen und der ‘heilige Bezirk’ wimmelt vor Menschen. Wirklich wohl fühle ich mich hier, ehrlich gesagt, nicht. Aber man sollte es durchaus mal gesehen haben.


Lourdes Lourdes


Wir fahren weiter in die Berge und übernachten auf einem Campingplatz bei Luz St. Sauveur – nach einer unfreiwilligen Rundfahrt, irgendwie hat der ADAC-Campingführer da wohl Norden mit Süden verwechselt …
Am nächsten Tag fahren wir bis ans Ende Frankreichs, zum Cirque de Gavarnie.


Der Cirque de Gavarnie ist eine Felswand, genau an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien. Und den höchsten Wasserfall Europas gibt es hier, 400 Meter. Wir gehen bis zu diesem Wasserfall, und das war dann auch die einzige Wanderung auf dieser Reise. Wenn man die täglichen fünf Kilometer Fußmarsch in den Städten nicht mitzählt :-) Es ist aber sehr schön, mal wieder Natur um sich rum zu haben.
Und ab hier befinden wir uns endgültig schon wieder auf der Heimfahrt, wir sind ja auch schon über drei Wochen unterwegs.



Mitten in Frankreich, kurz vor Mielan um sechs Uhr abends beschwert sich mein Lama , daß es jetzt Öl will. Nanu?! Da fahre ich seit bald zwanzig Jahren VW, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt. Nun ja, mit Öl spaßt man nicht, also kippen wir in der nächsten Tankstelle nach interessanten Diskussionen mit dem Tankwart ('huile' weiß ich ja noch, aber das war's dann auch :-) knapp einen Liter Öl nach – was erstmal so gut wie nichts bringt, aber am nächsten Morgen nach einer Nacht Ruhe auf dem Campingplatz in Mielan steht die Anzeige wieder auf Maximum. So richtig verstanden haben wir das nicht, aber macht ja nichts.

Auf dem Rückweg nach Deutschland finden wir natürlich auch noch ein paar interessante Orte: Auch (heißt wirklich so) ist der erste. Parkplatzsuche, Kathedralensuche, Escalier-Suche …



In Cahors folgen dann Brückensuche, Turmsuche, Campingplatzsuche … nein, der war nicht so schwer zu finden, und einen Pool hat er auch. Den können wir nach dem Tag auch brauchen.


Und auf den Landstraßen fahren wir immer wieder an riesigen Sonnenblumenfeldern vorbei.


Es blitzt, donnert und regnet fast die ganze Nacht und so richtig hat’s auch in der Früh noch nicht aufgehört. Also Frühstück drinnen. Das hatten wir auch schon lang nicht mehr.
Auf dem Weg zur Peche Merle Grotte bleiben wir in St. Cirq Lapopie hängen, wieder ein Ort für unsere stetig wachsende Sammlung von malerischen Dörfern. Gut, daß das Wetter nicht so gut ist, sonst gäb’s noch mehr Fotos.


St. Circ Lapopie St. Circ Lapopie


Nach St. Cirq Lapopie haben wir keine Lust mehr auf Grotte und machen uns auf den Nicht-Autobahn-Weg nach Le Puy. Wir kommen bis Langeac und mieten uns auf dem Campingplatz am Fluß Allier ein (10,80 Euro).

Am nächsten Tag wollen wir eigentlich nach Le Puy, bleiben aber in Polignac, einer Burgruine, hängen. Der junge, nette Führer macht das super – und auch noch zweisprachig, Englisch für uns und Französisch für die dritte Besucherin. Sonst ist keiner da.



In Le Puy machen wir in einer Stunde einen Schnelldurchlauf: Quiche Lorraine essen, Kathedrale und Puys fotografieren, Brot kaufen.


Le Puy Le Puy


Dann fahren wir aber wirklich weiter, mit nur einer kurzen Kaffee-Pause (schon toll, so ein Camper. Einfach irgendwo Kaffeetrinken. Genau da, wo man grad Lust hat.). Wir fahren bei Genf in die Schweiz, bei Divonne wieder nach Frankreich und auf den Campingplatz in Villard, wo wir schon wieder einen Pool genießen dürfen.
Und das war es dann auch, mit dem schönen Wetter und mit dem Urlaub. Am nächsten Tag regnet es, also lassen wir die eigentlich noch geplante Insel Mainau aus und fahren heim.

Nachlese

So, was gibt es noch zu sagen zu dieser ersten großen Wohnmobil-Tour. Das Wohnmobil selber ist fast perfekt, der Grundriß hat sich bewährt, der Ausbau sowieso. Eng ist es natürlich – bei tagelangem Regen wird es in so einem kleinen Raum sicherlich ungemütlich. Aber das hatten wir in Frankreich ja nicht.

Frankreich gefällt mir immer noch so gut wie schon immer. Auch mit meinem Minimum-Französisch bin ich sehr gut durchgekommen ('Il y a une emplacement pour une nuit?' war der tägliche Standardsatz, also ungefähr fünfundzwanzig Mal auf dieser Reise gebraucht :-). Ich hatte auch den Eindruck, daß inzwischen mehr Leute in Frankreich Englisch oder sogar Deutsch sprechen, so auf fast allen Campingplätzen und in vielen Sehenswürdigkeiten.

Übernachtet haben wir fast nur auf Campingplätzen. Das wird vielleicht mit zunehmender Wohnmobil-Erfahrung auch noch anders, aber wir haben den Luxus und auch die Ruhe, die die Campingplätze bieten, sehr genossen. Ich habe im Bericht einige Campingplätze erwähnt, bei weitem nicht alle. Wenn's jemand genauer wissen will, bitte mich anmailen. Die Preise haben sich zwischen 8 und 24 Euro bewegt, wobei der Durchschnitt bei ca. 12 Euro war. Durchaus ok für das Gebotene. In der Hochsaison sieht das sicher anders aus, da können die Preise durchaus mal dreimal so hoch sein.

Zur Reiseroute selbst: wir haben zu viel angesehen und sind zu früh an der Dordogne hängengeblieben (für die Gegend hatten wir bis auf die ADAC-Faltblätter auch gar keinen Reiseführer dabei). Das würde ich beim nächsten Mal anders machen. So schön wie die ganzen Dörfer sind, man bringt sie, wenn man täglich zwei anschaut, doch ziemlich schnell durcheinander. Weniger ansehen, dafür genauer, und besser planen, wäre wohl besser. Na, beim nächsten Mal dann … :-)

Letzte Aktualisierung am 01.09.2018